Presse - Hotel zu den zwei Welten

Kölner Stadt-Anzeiger - Nr. 42 - 19. Februar 2002

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Märchen vom "Hotel
zu den zwei Welten

Neues Stück von Eric-Emmanuel Schmitt

   
 

Meinhard Zanger insze-
nierte im Keller-Theater

VON RAINER HARTMANN

Sie schweben zwischen Leben und Tod. Dann und wann rumpelt zu rotierenden Farbflecken (Video: Helge Jansen) ein Aufzug heran und bringt einen neuen "Gast". Holt er jemanden ab, dann drängt sich die Frage auf: zum Himmel oder wieder zur Erde?
Der französische Dramatiker Eric- Emmanuel Schmitt, von dem das Theater Der Keller nach "Der Besucher" und "Der Freigeist" nun das dritte Stück spielt, erzählt ein Märchen: Im "Hotel zu den zwei Welten" führen Kranke und Unfallopfer schmerzfrei ihr Ich spazieren, während sie unten mit dem Tod ringen. Der Untertitel "metaphysische Komödie" im Programmheft beschreibt sehr hübsch, wie Meinhard Zanger seine Inszenierung angelegt hat: nur nicht zu ernst nehmen, zugleich tiefere Bedeutung signalisieren. Schließlich dreht sich alles um die Entscheidung für sinnvolles oder leeres Leben
Schmitt bleibt ein Alltagsphilosoph, der Rollen erfindet und mit leichter Hand Moral einfordert. Die tiefste: Liebe ist stärker als der Tod (gegen Fassbinders "Liebe ist kälter als der Tod"?). So geht es auf engem Raum gezügelt bewegt zu, allerhand ironische Tupfer werden ausgestreut, auch dank der beiden weltraumfest verpackten

Engel (Maria Vogt, Jens Koch). Monika Hess - Zanger mischt für die Putzfrau Marie Derbheit und Sensibilität mit wohl von Zuckmayer inspiriertem Dialekt. Herbert Wandschneider schnarrt scharf den törichten Präsidenten Delbec Reinhard Schulat ist mit vielen Zwischentönen der Magier Radschapur, dessen gutes Herz sich am Ende erweist. Mit diesem sentimentalen Ende wirft Schmitt freilich eine Rührmaschine an, die es Regie und Schauspielern schwer macht, und es spricht sehr für Bernd Reheuser als Liebhaber Julien und Anja Carolin Pohl als blutjunge Laura, dass sie bei alldem locker und sympathisch bleiben.

Satans Schminke

Für Ordnung im "Hotel" sorgt "Doktor S..." und wenn "S" für Satan und nicht etwa für Sapientia (Weisheit) stehen sollte, dann ist dies ein sehr menschlicher, nachsichtiger Teufel, klar umgesetzt von Petra Sager. Die Ausstatterin Petra Buchholz hat ihr einen schwarzen Streifen über die Augen geschminkt, was für Satan spricht. Überhaupt sind die Figuren prächtig prägnant eingekleidet. Die Bühne aus weißen "Segeln" erinnert an ein Zelt, auch an ein Schiff, und da sie sich zur überraschend tiefen Tiefe hin verjüngt, saugt sie die Fantasie des Zuschauers gleichsam in sich hinein. Die Mühe lohnt, trotz der Defizite des Stücks. Premierenjubel.

 

 
 

Kulturkurier Köln, 2. Juli 2002 (http://www.kulturkurier.de)

   

MONIKA HESS-ZANGER ALS BESTE SCHAUSPIELERIN NRW's GENANNT

   
 

In der landesweiten Kritikerumfrage nach den außergewöhnlichsten künstlerischen Leistungen der Saison, die das Essener Fachmagazin "Theater Pur" erstmals durchführte, ist in der Sparte Schauspiel Monika Hess-Zanger als beste Schauspielerin genannt. Die Auszeichnung erhielt Monika

Hess Zanger für ihre Darstellung der Putzfrau "Marie" in Eric-Emmanuel Schmitts metaphysischer Komödie HOTEL ZU DEN ZWEI WELTEN am Kölner 'theater der keller'. Das jüngste Stück des französischen Theaterstars wurde seit der Premiere im Februar bisher 30 Mal gespielt und war ständig ausverkauft.

 
   

Kulturkurier Köln, 2. Juli 2002 (http://www.kulturkurier.de)

   
   

"HOTEL ZU DEN ZWEI WELTEN"
NOMINIERT ZUM "KÖLNER THEATERPREIS 2002"

   
   

Freude in der Kölner Kleingedankstraße. Nach der Auszeichnung Monika Hess-Zangers für Ihre schauspielerische Leistung als Putzfrau "Marie" wurde nun die jüngste Erfolgsproduktion, Eric-Emmanuel Schmitts metaphysische Komödie "Hotel zu den zwei Welten", von der Jury im 1. Halbjahr zum "Kölner Theaterpreis 2002" nominiert. Das ist die mittlerweile die 12. Nominierung für das 'theater der keller', seit Meinhard Zanger zur Spielzeit 1997/98 die Künstlerische Leitung übernahm. Auch die beiden anderen Schmitt-Stücke waren nominiert. 2000 schließlich war das 'theater der keller' für Schmitts Komödie der Moral

"Der Freigeist" mit dem "Kölner Theaterpreis" ausgezeichnet worden. Die Schauspielerin Monika Hess-Zanger, die in "Hotel zu den zwei Welten" die philosophierende Quasselstrippe spielt, war in einer landesweiten Kritikerumfrage soeben - neben 8 anderen - als beste Schauspielerin Nordrhein-Westfalens genannt worden. "Hotel zu den zwei Welten" steht seit heute wieder auf dem Spielplan, alle Vorstellungen in dieser Woche sind ausverkauft (9.-11. und 14. Juli). Karten gibt es für die letzten sechs Vorstellungen dieser Spielzeit, die in der kommenden Woche gespielt werden. (16.-21.Juli, jeweils 20 Uhr).

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